Lilo Dannert und Paul Wood freuen sich auf das 3. Witten-Folk-Festival am letzten Ferien-Wochenende. (Foto: Susanne Linka)

Zwei Tage volles Programm

Ruhr Nachrichten. Eine Tradition lebt wieder auf: Das Witten-Folk-Festival. Und zwar mit Macht, denn in diesem Jahr geht bereits die dritte Veranstaltung des Hildegard-Doebner-Gedächtnis-Festivals an den Start. Es erinnert an die Grande Dame der Folk-Musik in Witten.

Freunde der Folk-Musik müssen sich darum das Wochenende 14./15. August vormerken. Wie immer ist der Freitag mehr den irisch-keltischen Klängen gewidmet, während der zweite Festivaltag den Folkrock in den Mittelpunkt rückt.

Die junge Herdecker Band Póg Mo Thóin macht am Freitag um 17.15 Uhr den Auftakt auf dem Gelände der Stadtwerke an der Westfalenstraße. Sie tendiert in die Folk-Rock-Richtung.

Die Paul McKenna Band aus Schottland schließt sich mit einer Mischung aus Traditionals und Eigenkompositionen an. L. Bow Grease sorgt dann mit „Transatlantic Folk“ für Stimmung, bevor Fiddlers Green mit ihrem Speed-Folk einen mitreißenden Schlusspunkt setzt.

Der Samstag steht ab 18 Uhr wieder ganz im Zeichen von Stoppok. Der bekannte Folkmusiker bringt viele „Artgenossen“ mit: Stefan Hiss und Michael Roth von der Band Hiss, Rafael Cortés, den spanischen Flamenco-Gitarristen aus dem Ruhrgebiet, den Poeten und Filmemacher Thommie Bayer, Bernie Conrads von der legendären Autobahnband, Ray Austin und Julian Dawson.nter den Zuhörern sind dabei nicht nur die Fans der ersten Stunde, die die Folk-Bewegung noch aus der eigenen Jugendzeit kennen, sondern auch viele jüngere Gesichter. Die 22-jährige Debora ist sichtlich ergriffen: „Ich war 2008 in Irland und diese Musik erinnert mich gerade ganz stark an meinen dortigen Aufenthalt“, sagt sie. „Der Gesang ist so schön, dass ich richtiges Fernweh bekomme.“ Der raue Nieselregen zum Auftakt am Freitag, die historischen Burgmauern, das Irish Stew und „Kilkenny“-Bier schaffen einen authentischen Rahmen für die Live-Musik der Gruppe Stephen’s Green, die das Festival eröffnet. Bei der Zugabe „What shall we do with the drunken sailor“ singen die ersten Zuhörer beherzt mit. „Das ist einfach richtige Stimmungsmusik“, schwärt ein Besucher. „Das erinnert mich an meine Platten aus den 70ern. Damals habe ich zum Beispiel gerne Lieder von Hannes Wader gehört.“

Veranstalterin Lilo Dannert, freut sich über den regen Zuspruch und schwelgt etwas in alten Erinnerungen: „Früher hat es hier in Witten ja eine richtig belebte Folk-Szene gegeben“, erzählt sie. „Damals hat im berühmten Folkclub an der Steinstraße sogar Herbert Grönemeyer gespielt.“ Viele der damaligen Kneipen bestehen längst nicht mehr. Die Live-Musik in Bars sei mittlerweile selten, so Dannert. Deshalb bemüht sich der Folk-Verein, an die früheren Erfolge anzuknüpfen. Neben der jährlichen Reihe „Folk am Fluss“ besteht seit kurzem auch eine Kooperation mit der Kulturkneipe Maschinchen Buntes, in der einmal pro Monat ein kleiner Folk-Abend organisert wird.

Die Besucherzahlen von rund 450 Gästen beim diesjährigen Folkfestival zeigen, dass die Szene auch weiterhin lebendig ist. Trotzdem hätten sich die Veranstalter mehr einheimische Besucher gewünscht. Lilo Dannert: „Es kamen viele Zuhörer von außerhalb, darüber freuen wir uns besonders. Aber es wäre schön gewesen, wenn auch mehr Wittener gekommen wären.“

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Susanne Linka

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