Rapalje. Foto: Jens Wagener

Holländer in Schottenröcken begeisterten ihre Fans

Ruhr Nachrichten. Für Folkfreunde war der Innenhof von Haus Witten am Wochenede Treffpunkt. "Wittenfolk" hatte zum zweitägigen Festival mit herausragenden Akteuren eingeladen. Schon der Auftakt am Freitag, gewidmet der irisch-keltischen Musik, war rundum gelungen.

Zunächst glühten die Lokalmatadoren von „Stephen’s Green“ die zahlreich erschienenen Folkfans mit bekannten Gassenhauern vor, und als sie mit der Mitsingnummer vom „Drunken Sailor“ endeten, war die Bühne bereitet für die Band „Liedertach“. Unter dem seltsamen Namen haben sich zwei Gruppen zusammengeschlossen, deren Wurzeln nicht unterschiedlicher sein können. „Liederjan“, Veteranen des deutschen Folkrevivals der Siebziger, gelten als Wiederentdecker klassischen deutschen Liedgutes, „Iontach“ sind mehr der ganz traditionellen irischen Folklore verpflichtet. Dass beide so verschiedenen Musikrichtungen fusionierbar sind, bewiesen die sechs Vollblutmusiker mit einem mitreißenden Konzert. Eine Vielzahl von Instrumenten brachten sie virtuos zum Einsatz.

Dass sich selbst ein derartiges Highlight noch toppen lässt, zeigte dann „Rapalje“. Mit ihren langen Haaren und bunten Kilts verbreitete die Kultband bereits optisch Highländer-Atmosphäre, und als sie dann mit Fiddle, Flöte, Mandoline und Bodhran über die Bühne wirbelten, als dann der Dudelsack wundervolle Akzente setzte, hätte der alte Wittener Herrensitz auch an einem einsamen schottischen See liegen können. Stimmungsvoller als mit der inoffiziellen schottischen Nationalhymne „Loch Lomond“ hätte man das begeisterte Publikum nicht in den Abend entlassen können.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Beatrice Haddenhorst

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