Bernie ließ den Tiger los

Bernie ließ den Tiger los

Ruhr Nachrichten. Folk vom Feinsten boten Stefan Stoppok und seine Artgenossen Bernie Conrad (Gitarre), Rafael Cortés (Flamenco-Gitarre), Reggie Worthy (Bass) und "The Transsylvanians" (ungarischer Folkrock) auf der Hildegard-Doebner-Bühne im "Bahnhofsquartier". Und Bernie? Der ließ den Tiger los ...

Den 750 begeisterten Folk-Fans auf dem Platz zwischen dem Irish-Pub "Finnegan`s" und Hauptbahnhof wurde von dem nur 40 Mitglieder starken Verein "Witten Folk" ein Event der Spitzenklasse geboten. Über vier Stunden lang wurde getanzt und gesungen, was Füße und Stimmbänder hergaben. Allen voran heizte Stefan Stoppok ein.

Allein und mit seinen Artgenossen in stets wechselnden Besetzungen überzeugten alle Künstler musikalisch und gesanglich - auch wenn Stoppok anfangs einige Textprobleme hatte. Er nahm's sportlich: "Den Text vergessen, das muss man lernen, das kann man nicht 'mal eben so machen", so der Essener, der die Folk-Freunde gleich auf seiner Seite hatte.

Ab dem zweiten Lied wurde mitgesungen, mitgeklatscht und getanzt. Und das bei besten äußeren Bedingungen. Als es mit 50-minütiger Verzögerung - die Essenslieferung für die Musiker hatte sich verspätet - endlich losging, waren es immer noch weit über 20 Grad und sonnig - halt Festival-Wetter wie gemalt. Den äußeren Bedingungen wollten die Akteure in nichts nachstehen. Stoppok wusste gleich zu Beginn "Der Mond ist bewohnt", ehe es dann nach "Learning By Burning" kein Halten mehr gab.

Bernie Conrad, der früher mit "Bernies Autobahn-Band" durch die deutschen Charts raste, rockte wie in jungen Jahren, ließ den "Tiger" los, war "soweit gefahren" und befand, passend zum prima Klima: "Biergartenwetter".

Letzterer war von den Organisatoren eingerichtet worden und wurde von den durstigen Fans auch bestens angenommen. Irisches (Stark-)Bier, Sekt und Wein sowie deftige Speisen stärkten die Musikhungrigen. Rafael Cortés entführte die Folk-Enthusiasten in seine Flamenco-Welt und bildete das Kontra zum Bassisten Reggie Worthy. Der Deutsche mit spanischem Namen ließ zu vorgerückter Stunde selbst bei Nacht noch die spanische Sonne scheinen.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Dietmar Bock

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